[:de]Der 6. Baker McKenzie Debate Club hat eine Gewinnerin[:]

[:de]Turniere für Neulinge im Debattieren gibt es gar nicht so wenige. Mit der 6. Auflage des Baker McKenzie Debate Club richtete die Anwaltskanzlei Baker McKenzie aber wieder ein besonderes aus. Denn mitreden durften hier ausschließlich Studierende der Fächer Wirtschaftsrecht und Rechtswissenschaften, die innerhalb eines Tages die Grundlagen des Debattierens lernen mussten. 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten sich am 20. April in der Kanzlei von Baker McKenziedieser Aufgabe .

Reden lernt man durch Reden

„Reden lernt man durch Reden“, so gab der antike Jurist, Politiker und Redner Cicero einen Einblick in seine eigenen Debattierkünste. Dass ebendies aber nicht Teil des Studiums sei, nannte DDr. Alexander Petsche, Partner bei Baker McKenzie, in seiner Begrüßung als Grund für das Entstehen dieser Veranstaltungsreihe. Nach der Einführung in die Debattierregeln und einer Schaudebatte mit Mitgliedern des Debattierklub Wien war es soweit, Ciceros Maxime zu erproben. „Soll der Staat niemals mit Geiselnehmern verhandeln?“, lautete die Streitfrage für die erste Runde. Das Los bestimmte, wer dafür und wer dagegen argumentieren sollte. Nur 15 Minuten blieben zur Vorbereitung der Reden, wie für ein Debattierturnier üblich.

Nach dieser Debatte ging es mit ausführlichen Ratschlägen zu Argumentation oder Körpersprache für die nächste Runde in die Mittagspause, die von allen genutzt wurde, um sich noch weitere Ezzes von der Jury des DKWien zu holen. Und siehe da, Ciceros Aphorismus bestätigte sich! Wer reden durch reden schnell lernte, konnte auch die zweite Runde meistern: „Soll eine 100%-ige Erbschafts- und Schenkungssteuer eingeführt werden?“ Die Reden zeichneten sich nun schon durch mehr Berücksichtigung der Gegenargumente aus. Nach genauer Beratung der beiden Jurys standen die sechs Finalistinnen und Finalisten fest, die noch einmal all ihre Kräfte aufbieten sollten.

Das große Finale

Ein besonders schwieriges Thema wurden dieser letzten Gruppe gestellt: „Sollen die wichtigsten politischen Ämter per Los vergeben werden?“ Aus dem antiken Athen ist das bekannt, gewiss, doch was würde dies heute bedeuten? Die Regierung argumentierte, dass damit statt der immer gleichen Gesichter aus den immer gleichen Parteien neue, unvoreingenommene Bürgerinnen und Bürger den Staat vor einem zu großen Einfluss von Partikularinteressen schützen könnten. Die Opposition wandte dagegen ein, dass das besondere Interesse an den Staatsgeschäften und das Können der gewählten Politikerinnen und Politiker mitsamt der Legitimation aus dieser Wahl ihnen ihre Amtsführung erst ermöglichte.

Die sechs Finalrednerinnen und -redner wurden nun auf eine ganz andere Probe gestellt, eine Geduldsprobe. In genauester Detailarbeit wog die Jury jedes Argument ab. Jede Äußerung, ob verbal oder nonverbal, fand hier Beachtung. Und eine beste Rede wurde tatsächlich gefunden. Wir gratulieren Frau Sophie Bara ganz herzlich zum Sieg! Als Preis wird sie DDr. Petsche in einem dreitägigen „Job-Shadowing“ in seinem Arbeitsalltag auf Schritt und Tritt begleiten.

Zum zweiten Platz gratulieren wir Herrn Antonio Messner. Ein exakter Punktegleichstand machte wie auch im Vorjahr eine Ex-Aequo-Platzierung der beiden Dritten notwendig: Gratulation an Frau Sophie Krenn und Herrn Thomas Androsch.

Die Siegerin des 6. Baker McKenzie Debate Club, Sophie Bara, und DDr. Alexander Petsche. Foto: Florian Unterberger, Baker McKenzie.

Nach dem Finale weiterreden

Beim abschließenden Empfang blieben gar viele der erfrischenden Köstlichkeiten auf den Tischen unberührt. Es könnte der Eindruck entstanden sein, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wären nach einem lehrreichen Tag müde geworden und hätten bald das (Mars-)Feld geräumt. Der Autor ist vielmehr der Meinung, dass das Reden dafür der Grund war! Denn der Hunger der Rednerinnen und Redner drückte sich nach wie vor viel mehr in Wissensdurst aus: Weiter, weiter wurde nach Ratschlägen gefragt, nach Analysen der Reden, nach Eindrücken auch der an dieser letzten Debatte nicht beteiligten Jurorinnen und Juroren. Auch kam nicht die Gelegenheit zu kurz, über Karrieremöglichkeiten bei Baker McKenzie zu sprechen.

Wir möchten Baker McKenzie von Herzen für diese Ausgabe des Baker McKenzie Debate Clubs danken! Die langjährige Partnerschaft ermöglicht es dem Debattierklub Wien, seine Serie des internationalen Hochschuldebattierturniers “Vienna Intervarsity” auszutragen. Das “Vienna IV 2017” findet von 19. bis 21. Mai 2017 in Wien statt.

Vielen Dank Herrn DDr. Petsche und besonderen Dank an Frau Claudia Schweda-Mahrer, die auch diesen Baker McKenzie Debate Club mit wunderbarer Übersicht wie auch Akribie gestalteten. Ebenfalls danken wir Herrn Unterberger, Herrn Ettmayer und Herrn Moritz für ihre rege Mitarbeit in der Jury.

V. l. n. r.: Die Ex-Aequo Drittplatzierten Thomas Androsch und Sophie Krenn; die Siegerin Sophie Bara, der Zweitplatzierte Antonio Messner, DDr. Alexander Petsche. Foto: Florian Unterberger, Baker McKenzie.

Themen des 6. Baker McKenzie Debate Clubs:

  1. Runde: Soll der Staat niemals mit Geiselnehmern verhandeln?
  2. Runde: Soll eine 100%-ige Erbschafts- und Schenkungssteuer eingeführt werden?

Finale: Sollen die wichtigsten politischen Ämter per Los vergeben werden?

Der Baker & McKenzie Debate Club findet einmal jährlich in Kooperation mit der Anwaltskanzlei Baker & McKenzie statt. Ziel ist es, die Diskurskultur von talentierten Nachwuchsjuristinnen und -juristen zu fördern. Wir ermöglichen es den besten und redegewandtesten Studenten aus den Fächern Rechtswissenschaften und Wirtschaftsrecht, ihr Argumentationstalent und ihre Rhetorikfähigkeiten unter Beweis zu stellen und zu verbessern. Mehr Informationen: www.bakercareers.at

/aap

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