Saisonrückblick Deutschsprachiges Debattieren 2015- 2016

Einsteiger, die am Ende der Saison auf dem gleichen Niveau wie die erfahrenen Mitglieder debattiert haben, ein Finaleinzug bei der süddeutschen Meisterschaft und ein Semifinaleinzug bei der deutschsprachigen Debattiermeisterschaft – das war die deutschsprachige Saison 2015/16 für den Debattierklub Wien.

Nein, am Beginn der Saison Ende Oktober hätte man nicht erahnen können, dass diese Saison unsere vielleicht bisher erfolgreichste im deutschsprachigen Debattieren werden sollte. Madlen Stottmeyer und Ingo Bandhauer nahmen als einzige Vertreter unseres Klubs an der ersten ZEIT Debatte in Göttingen teil. Dieses Turnier hatte als Besonderheit ein Viertelfinale vorzuweisen bei üblicher Teilnehmerzahl. Somit waren die Chancen auf einen Einzug in die Ausscheidungsrunden (Break) deutlich besser als bei anderen Turnieren. Doch trotz der hohen Erwartungen reichte es für unsere Vertreter nur zu einem Platz im Mittelfeld. Immerhin kam Madlen als Rednerin mit Platz 16 mit der Spitze schon recht gut mithalten. Aber das war ja schließlich auch das erste Turnier für dieses Team.

Besondere Freude hatten wir heuer an unseren Einsteigern, die auch gleich auf etliche Turniere fuhren. Im November fuhren gleich vier von Ihnen zum Transrapid-Cup in München. Anicca Egger und Lena Schoissengeyer sowie Anna Neuber und Walter Seppi bildeten die Teams und wurden von Roman Korecky als Juror begleitet. Unsere Teams hielten sich recht gut und landeten im Mittelfeld. Roman Korecky hatte die Ehre das Finale mit zu jurieren.

Da wir uns in dieser Saison voll auf das BP-Format konzentrierten, ließen wir die ZEIT Debatte in Hamburg im OPD-Format aus und fuhren stattdessen mit 2 Teams und einer Jurorin zum OWL-Cup nach Paderborn. Anna Neuber und Walter Seppi versuchten sich hier noch einmal als Team, das andere Team setzte sich aus Kata Sebök, die ihr erstes Turnier bestritt, und Roman Korecky zusammen. Elisabeth Vikydal begleitete uns als Jurorin. Das Turnier war hervorragend organisiert und reichte an das Niveau von ZEIT-Debatten heran. Ebenso hochklassig war das Niveau der Debatten. Immerhin erreichten Kata und Roman einen Platz im Mittelfeld. Doch auch Paderborn verließen wir nicht ohne Break: Elli war unter den besten Jurorinnen und durfte die Ausscheidungsrunden jurieren.

abbilung-1

Abbildung 1: OWL-Cup in Paderborn, von links nach rechts: Walter Seppi, Anna Neuber, Elisabeth Vikydal, Roman Korecky und Kata Sebök

Langsam dachten wir an die Meisterschaften. Auftritt Dariusch Klett, der vielleicht der Shooting-Star unseres Klubs in diesem Jahr war. Erst im Oktober war er mit etwas Debattiervorerfahrung zu uns gestoßen. Mit Roman Korecky zusammen bildete er eines der Teams, die sich für die deutschsprachige Meisterschaft qualifizieren wollten. Die anderen Teams waren Madlen Stottmeyer und Ingo Bandhauer, sowie Kata Sebök und Elisabeth Vikydal.

Dariusch und Roman, sowie Madlen und Ingo nahmen zur Vorbereitung auf die süddeutsche Meisterschaft dann auch an der ZEIT Debatte in Berlin im März 2016 teil, um sich in Schwung zu bringen. Anicca Egger gab ihr Debüt als Turnier-Jurorin. Dariusch und Roman traten das erste Mal bei einem Turnier zusammen auf und platzierten sich gleich auf Tuchfüllung mit der Spitze, schafften den Break jedoch knapp nicht.

abbildung-2

Abbildung 2: ZEIT Debatte Berlin, von links nach rechts: Ingo Bandhauer, Madlen Stottmeyers Zunge, Anicca Egger, Dariusch Klett und Roman Korecky

Ende April stand dann der erste Saisonhöhepunkt auf dem Programm: die süddeutsche Meisterschaft in Tübingen. Da dieses Turnier auch als interne Qualifikation für die deutschsprachige Debattiermeisterschaft gewertet wurde, nahmen Dariusch und Roman, Madlen und Ingo, sowie Kata und Elli als Teams teil. Als Jurorinnen begleiteten uns Anicca Egger, Lisa Duschek und Miri Muntean. Damit stellt der Debattierklub Wien nicht nur sein größtes Kontingent bei einer süddeutschen Meisterschaft aller Zeiten, sondern auch das zweitgrößte Kontingent aller dort antretenden Klubs. War es die schiere Masse oder doch unser konsequentes Training? Jedenfalls schafften gleich zwei Teams den Break ins Semifinale, nämlich Dariusch und Roman, sowie Ingo und Madlen, wo sie auch aufeinandertrafen. Ein schlechtes Omen, und so kam auch nur Ingo und Madlen ins Finale weiter. Dariusch und Roman konnten sich mit Platz 3 aus den Vorrunden trösten. Mit Dariusch schaffte es auch erstmals in dieser Saison ein Redner unseres Klubs in die Top 10.

abbildung-3

Abbildung 3: Finale der süddeutschen Meisterschaft in Tübingen, von links nach rechts: Kata Sebök, Elisabeth Vikydal, Ingo Bandhauer, Anicca Egger, Madlen Stottmeyer, Lisa Duschek, Miri Muntean, Dariusch Klett und Roman Korecky

Nach dem großen Erfolg bei der süddeutschen Meisterschaft reisten wir mit hohen Erwartungen zur ZEIT Debatte nach Leipzig. Wieder waren die Teams Dariusch und Roman, sowie Madlen und Ingo. Als Juror gab diesmal Walter Seppi sein Turnier-Debüt. Immerhin war dort mit Mark Etzel unser ehemaliger Obmann Chefjuror. Gesundheitlich etwas angeschlagen hatten Dariusch und Roman ein Déjà-Vu: Ähnlich wie in Berlin landeten sie zwar weit vorne, verpassten den Break aber wieder knapp. Unsere Tübingen-Finalisten Ingo und Madlen landeten leider auch nur im geschlagenen Feld.

abbildung-4

Abbildung 4: ZEIT Debatte Leipzig, von links nach rechts: Walter Seppi, Ingo Bandhauer, Madlen Stottmeyer, Dariusch Klett, Roman Korecky

Verpatzte Generalprobe, erfolgreiche Erstaufführung? Aufgrund unseres Erfolgs bei der süddeutschen Meisterschaft, durften alle unsere Teams von dort auch zur deutschsprachigen Debattier-Meisterschaft (DDM) fahren. Bis auf Madlen und Roman waren alle das erste Mal als Redner und Rednerin bei dem größten deutschsprachigen Turnier. Außerdem hat Anicca Egger hat in Berlin und Tübingen genug Reputation gewonnen, um als Jurorin für die DDM akzeptiert zu werden. Die ersten beiden Tage liefen für Madlen und Ingo fantastisch, für Kata und Elli gut und für Dariusch und Roman durchwachsen. Dann kamen am dritten Tag die geschlossenen Runden. Madlen und Ingo sicherten sich souverän ihren Platz im Viertelfinale, Dariusch und Roman spielten endlich ihr volles Potenzial aus und qualifizierten sich ebenfalls für das Viertelfinale. Elli und Kata scheiterten leider knapp am Break. Im Viertelfinale setzten sich diesmal Dariusch und Roman durch uns stießen ins Semifinale vor, wo leider knapp das Aus kam. Trotzdem: Mit 2 Teams im Break (und einem Team, das nur knapp scheiterte) war dies die erfolgreichste DDM für den Debattierklub Wien aller Zeiten.

abbildung-5

Abbildung 5: Deutschsprachige Debattiermeisterschaft in Heidelberg, von links nach rechts: Ingo Bandhauer, Dariusch Klett, Kata Sebök, Roman Korecky, Anicca Egger und Elisabeth Vikydal

Insgesamt war 2015/16 wahrscheinlich die erfolgreichste deutschsprachige Debattiersaison unseres Klubs bisher. Es zählen aber nicht nur die Erfolge bei den großen Turnieren. Besonders stolz sind wir darauf, dass mit Kata Sebök und Dariusch Klett gleich zwei Neuzugänge gleich ganz vorne mitspielen konnten. Doch auch allen anderen Neulinge, sowie all jenen, die „nur“ zu den Trainings kommen gebührt Ehre. Denn so ausgeglichen wie in diesem Jahr waren unsere Trainings schon lange nicht. Und wie man sieht, wirkt sich gutes und ausgeglichenes Training direkt in Erfolgen bei Turnieren aus.

Für die kommende Saison wünschen wir uns daher wieder viele engagierte Einsteiger, damit wir unser gutes Niveau im Training halten können. Auch, wenn es für den einen oder anderen (noch) nicht zum großen Erfolg bei einem Turnier reichte oder gar noch nie auf einem Turnier war: vom regelmäßigen Training profitieren alle zumindest persönlich. Und vielleicht findet ja 2017 in Wien auch wieder mal ein großes Turnier statt.

Leave a Reply