Der 5. Baker & McKenzie Debate Club

5. Baker & McKenzie Debate ClubOuvertüre

„Reden lernt man durch reden“ lautet ein Aphorismus des berühmten Cicero. Und nicht zufällig auch das Motto des Baker & McKenzie Debate Clubs, den die Wirtschaftskanzlei und Namensgeberin Baker & McKenzie gemeinsam mit dem Debattierklub Wien diesen November bereits zum fünften Mal ihren Kanzleiräumlichkeiten am Wiener Schottenring austrug. Nicht zufällig auch deswegen, weil als stärkster Eindruck jener zurückbleiben wird, dass sich jede und jeder der zwölf der zum Debattierbewerb angetretenen Jus- und Wirtschaftsrechtsstudentinnen und -studenten im Verlauf des Wettbewerbs stark verbessern konnte.

Zuerst mussten die Kandidatinnen und Kandidaten das grundsätzliche Handwerk und die Spielregeln des Debattierens kennen lernen, brachten sie doch selbst keine Erfahrung im Debattieren zur Veranstaltung mit. Auf die Regeleinführung folgte eine von Mitgliedern des Debattierklub Wien geführte Schaudebatte zum Thema „Sollen die Opfer von Ersttätern und Ersttäterinnen die Möglichkeit erhalten, diesen einen Teil der Strafe zu erlassen?“
Beim Thema Strafrecht blieb es auch in der ersten Bewerbsrunde, in der die Debattierneulinge eine durch das Los bestimmte Seite zu vertreten hatten. Während die eine Hälfte der Gruppe darüber debattierte, ob in Demokratien Strafgefangenen das Wahlrecht entzogen werden sollte, war danach mit der folgenden Frage die andere Hälfte dran: „Sollen Bußgelder einkommensabhängig sein?“

Reden lernt man wirklich durch reden

Viel Talent und lebhafte Redekunst konnte die gemeinsam von Baker & McKenzie und vom Debattierklub Wien gebildete Jury in der ersten Runde ebenso wie viele Verbesserungsmöglichkeiten entdecken. Gerade ihren Willen zur Steigerung zeigten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, indem sie sich von den Jurorinnen und Juroren ausführliche Erklärungen und Ratschläge für die nächste Runde einholten.

In der zweiten Runde mussten sich die Teilnehmerinnen darin beweisen, über das Verhältnis zwischen Bürgerinnen und dem Staat zu debattieren. In der ersten Debatte wurde das Thema „Sind Gesetze, die den Bürger oder die Bürgerin vor sich selbst schützen (z.B. Anschnallpflicht, Verbot von gewissen Drogen etc.) illegitim?“ gestellt. Die zweite und abschließende Debatte befasste sich mit der Frage „Sollen wir Eigentümer und Eigentümerinnen leerstehender Immobilien verpflichten, diese Flüchtlingen oder Obdachlosen zur Verfügung zu stellen?“.

Die besten lernen reden schnell

Nach dieser im Vergleich zum ersten Durchgang stark verbesserten zweiten Runde war es für die Jury schwierig, die allerbeste unter vielen guten Reden zu finden. Schließlich wurde als Gewinner des 5. Baker & McKenzie Debate Club der Jusstudent Sebastian Vogg ermittelt. Aus seiner zweiten Rede stach zum Beispiel besonders lobenswert hervor, dass er jene Kunst des Debattierens bewiesen hatte, ein scheinbar für die Gegenseite zählendes Argument auf die eigene Seite zu ziehen. Sebastian wird als Preis den Initiator des Baker & McKenzie Debate Clubs, DDr. Alexander Petsche, beim „Job Shadowing“ während seiner Arbeit begleiten. Herzlichen Glückwunsch!

Hinter den Gründen, aus denen die Jury-Entscheidung eine knappe und lebhaft diskutierte war, stehen noch die Namen der weiteren Teilnehmer, die ebenfalls mit exzellenten Reden zu überzeugen wussten: Denkbar knapp hinter dem Gewinner konnte Paul Reiter den zweiten Platz erzielen. Zwei weitere besonders starke Debattenbeiträge machten eine Ex-Aequo-Platzierung notwendig: Den dritten Platz teilten sich Caroline Lichtenberg und Dominik Tyrybon. Herzlichen Glückwunsch!

5. Baker & McKenzie Debate Club. Foto: Claudia Schweda-Mahrer

Die Überzeugendsten v.l.n.r.: 3. Platz: Dominik Tyrybon & Caroline Lichtenberg, 2. Platz: Paul Reiter, 1. Platz: Sebastian Vogg;

Und ja nicht aufhören mit dem Reden

Am Ende des Wettkampfes und des langen Debattiertages lud Baker & McKenzie zu einem Empfang mit reichlichen Erfrischungen, die nur ein zusätzliches Argument lieferten, nicht gleich Reißaus zu nehmen. Zwischen den Teilnehmern gab es schließlich noch viel auszutauschen: Über die richtigen Lernmethoden, Berufsziele und natürlich auch Karrieremöglichkeiten etwa bei den Gastgebern Baker & McKenzie. Erstaunlicherweise fragten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jetzt immer noch, nachdem es keine Punkte und Siege mehr zu gewinnen gab, weiter nach ausführlichen Analysen ihrer Debattenbeiträge und Ratschlägen für weitere Reden. Dieses vielerwähnte Reden lernt man auch durch nachfragen und neugierig sein. Und vor allem lernt man reden durch reden.

Wir möchten Herrn DDr. Alexander Petsche herzlich für diese Ausgabe des Baker & McKenzie Debate Clubs danken! Ebenfalls ein besonderes Dankeschön gelten Frau Claudia Schweda-Mahrer für die vortreffliche Organisation der Veranstaltung und das gemeinsame Jurieren und ebenfalls Herrn Patrick Adler für die gute Zusammenarbeit in der Jury!

Der Baker & McKenzie Debate Club findet einmal jährlich in Kooperation mit der Anwaltskanzlei Baker & McKenzie statt. Ziel ist es, die Diskurskultur von talentierten Nachwuchsjuristen (m/w) zu fördern. Wir ermöglichen den besten und redegewandtesten Studenten aus den Fächern Rechtswissenschaften und Wirtschaftsrecht, ihr Argumentationstalent und ihre Rhetorikfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Mehr Informationen: www.bakercareers.at

5. Baker & McKenzie Debate Club. Foto: Claudia Schweda-Mahrer

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 5. Baker & McKenzie Debate Club gemeinsam mit der Jury.

Die Themen des 5. Baker & McKenzie Debate Club im Überblick:
Schaudebatte:
Sollen die Opfer von Ersttätern und Ersttäterinnen die Möglichkeit erhalten, einen Teil der Strafe zu erlassen?

Runde 1:
Debatte 1: Soll in Demokratien Strafgefangenen das Wahlrecht entzogen werden?
Debatte 2: Sollen Bußgelder einkommensabhängig sein?

Runde 2:
Debatte 1: Sind Gesetze, die den Bürger oder die Bürgerin vor sich selbst schützen (z.B. Anschnallpflicht, Verbot von gewissen Drogen etc.) illegitim?
Debatte 2: Sollen wir Eigentümer und Eigentümerinnen leerstehender Immobilien verpflichten, diese Flüchtlingen oder Obdachlosen zur Verfügung zu stellen?