The Wiener takes it (all): Der DKWien auf der DDM 2014 in Berlin

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Teams aus Österreich auf der Deutschsprachigen Meisterschaft (die damals auch noch Deutsche Meisterschaft hieß) vom Break bzw. den Finalrunden ausgeschlossen. Besonders ungerecht, hat das aber niemand empfunden, schließlich „würden die das ja eh nicht schaffen“.

Im Jahr 2014 sieht es dagegen anders aus. Nicht nur entsendeten wir mir 13 Teilnehmern die größte Delegation des Turniers sondern auch eine eine äußerst erfolgreiche.

DDM 2014 Mark

Mark erreichte mit Jakob das Viertelfinale und wurde 8. bester Redner des Turniers.

Mit 13 Teampunkten breakten Jakob und Mark ins Viertelfinale und wurden in die Eröffnende Regierung gelost. Natürlich sollte auch erwähnt werden, dass sich das Team den Preis für den besten Teamnamen „The Wiener takes it all“ sicherte. Mark wurde zudem 8.bester Redner des Turniers und markierte somit das erste Mal, das sein österreichischer Debattant die Top 10 einer DDM erreicht.

Nach einem spannenden und hart umkämpften Viertelfinale, mussten sich die beiden aber in einer Split-decision (Entscheidung nach Abstimmung) dem späteren Turniersieger geschlagen geben.

DDM 2014 Andreas

Andreas Villarreal redet im DaF-Finale und holt den Titel.

Die Erfolgsstory endete hier jedoch noch nicht, da sich Andreas für das Finale in der Kategorie Deutsch als Fremdsprache qualifiziert hatte. Da Andreas Teampartner Christoph Muttersprachler ist, wurde er für die Debatte Nicolas Hernandez zugeteilt, der für Müster angetreten und in der gleichen Situation war.

In einer interessanten Debatte zum Thema „DHG, dass es für Deutschland an der Zeit ist, mehr militärische Verantwortung in der Welt zu übernehmen“ konnten sich das Mixed Team aus der schließenden Regierung gegen Teams aus Westminster, Slowenien und Bonapart (Amsterdam) durchsetzen und holte den ersten DaF-Titel des deutschsprachigen Debattiersports nach Wien.

An dieser Stelle müssen wir uns erst einmal für ein in jeder Hinsicht professionell organisierte Turnier bedanken. Man merkte bereits vor dem Turnier, dass die Berliner sich bei der Organisation extrem viel Mühe gegeben hatten und nichts dem Zufall überlassen wollten. So gab es z.B. einen Online-Jurorentest, wie man ihn sonst nur von Welt- und Europameisterschaften kennt, um die Jurier Qualität zu sichern und eine fairere Bewertung von Juroren zu ermöglichen. In mehreren Vorbereitungsseminaren für Redner und Juroren, konnte man sich ideal auf das Turnier einstimmen. Das Chefjuroren-Team aus Andrea Gau, Dessislava Kirova und Michael Saliba stellte abwechslungsreiche und ausgeglichene Themen, die viel Anklang bei den Teilnehmern fanden. Zwischen den Runden gab es Kaffee und Snacks sowie die Möglichkeit, sich in einem Ruheraum zu entspannen.

DDM 2014 Madlen Katharina

Madlen und Katharina feiern auf der 20er Jahre Party.

Auch abseits des Turniergeschehens bot die DDM in Berlin ein großartiges Rahmenprogramm. Am Freitagabend fand ein Pub-Quiz statt und am Samstagabend eine 20er Jahre Party, bei der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kostümen gegenseitig übertrumpften. Der DDG-Galaabend fand im Umspannwerk Ost statt und begeisterte mit tollem Essen und ausgelassener Stimmung. Wie immer wurde auch der DDG-Nachwuchspreis verleihen, diesmal an Jan Ehlert aus Tübingen. Das Finale fand schließlich vor beeindruckender Kulisse im Allianz Forum direkt neben dem Brandenburger Tor statt. Glückwunsch an die neuen deutschen Meister Christina Dexel und Philip Schröder aus Berlin, die sich den Traum vom Heimsieg erfüllen konnten.

 

Alle Themen im Überblick:

VR1: Dieses Haus würde das Gesinnungsstrafrecht abschaffen.

VR2: Dieses Haus würde Bürgern das Recht geben, ohne Begründung ihre Identität zu ändern.

VR3: Dieses Haus glaubt, dass Verhalten Putins in der Krimkrise war in Russlands strategischem Interesse.

VR4: Dieses Haus ist ein Bürger einer westlichen, liberalen Demokratie. Dieser lehnt Diskriminierung anhand von Religion, Geschlecht, sexuellen Präferenzen und Ethnie ab. Dieses Haus, als diese Person, würde die Werke von Künstlern (z.B. Malern, Musikern, Regisseuren), die persönlich solche diskriminierenden Positionen vertreten, boykottieren, auch wenn ihr das Werk gefallen.

VR5: Dieses Haus bereut die zunehmende Einordnung menschlichen Verhaltens in Krankheitsbilder.

VR6: Dieses Haus würde es zu einem Teil von Aufklärungskampagnen über Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe machen, Frauen über Risikoverhalten (z.B. Alkoholkonsum, Kleidung) zu informieren.

VR7: Dieses Haus als Europäische Union würde Abwehrmechanismen gegen EU-feindliche Parteien einführen.

VF: Dieses Haus glaubt, liberale Demokratien sollten Informations-Weitergabe an die Weltöffentlichkeit nicht als Landesverrat bewerten.

HF: Dieses Haus würde ehemalige Kolonien, die sich zu “Failed States” entwickelt haben, zwischenzeitlich rekolonialisieren.

F: Dieses Haus glaubt, dass die Political Correctness der heutigen Gesellschaft mehr schadet als nutzt.

DaF-F: Dieses Haus glaubt, dass es für Deutschland an der Zeit ist, mehr militärische Verantwortung in der Welt zu übernehmen.

DDM 2014 contingent

Leider haben wir es nicht geschafft, alle 13 DKler für ein Foto zusammenzutrommeln. Hier der noch nicht abgereiste Rest unserer Delegation nach dem Finale im Allianz Forum.

 

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  1. […] Andreas im Vorjahr bereits den DaF-Titel nach Wien geholt hatte, waren wir besonders stolz auf die erfolgreich die […]

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