Süddeutsche Meisterschaft 2011

Das Team des Debattierklub Wien für die Süddeutsche Meisterschaft 2011: Florian Prischl, Cornelia Huber und Thomas Keil (vlnr).

Unser Team in Bayreuth: Florian Prischl, Cornelia Huber und Thomas Keil (vlnr).

 

 

Vor zwei Jahren begannen wir bei der Süddeutschen Meisterschaft 2009 damit, laufend auf Turniere zu fahren. Die SdM 2009 war unser erster VDCH-Turnier, und die SdM 2011 in Bayreuth fügt sich in eine lange Reihe der Teilnahmen an internationalen Turnieren seitdem und in der Zukunft ein.

Die SdM fand aus organisatorischen Gründen eine Woche vor den anderen Regionalmeisterschaften am 9. und 10. April statt; ein Bruch mit VDCH-Tradition, welcher sich als Gewinn für das Turnier herausstellen sollte. Nicht nur war von Freitag bis Sonntag Abend kein einziges Wölkchen am Himmel zu sehen, es standen dem Turnier auch viele ausgezeichnete Juroren aus regionsfremden Klubs zur Verfügung.

 

 

Unter diesen Voraussetzungen konnte das Team des Debattierklub Wien („Marc Aurel“ mit Conny Huber, Thomas Keil und Florian Prischl) ja gar kein schlechtes Wochenende haben! So reisten wir Freitag Abend an und wurden mit fränkischen Käsespätzle und Bier versorgt. Wie meistens erwies sich dieser Abend vor dem Turnier als entspannte Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen und Freunde zu finden.

Samstag Vormittag ging es dann los: Die Cheforganisatorinnen Anja Pfeffermann und Anette Purucker und ihre Helferinnen und Helfer vom Debattierclub Bayreuth fassten sich kurz, und die Chefjurorinnen Gudrun Lux (Mainz/Bonn) und Almut Graebsch (München) gaben noch einige gute Ratschläge und Anweisungen für die Jurorinnen und Juroren.

Anja Pfeffermann und Anette Purucker (vlnr) vom Debattierclub Bayreuth, Cheforganisatorinnen der Süddeutschen Meisterschaft 2011.

Schick im Dirndl: Die Cheforganisatorinnen der Süddeutschen Meisterschaft 2011, Anja Pfeffermann und Anette Purucker (vlnr).

Gleich die erste Runde war für unser Team ein harter Schlag: Zum Thema „Brauchen wir ein Bundesland Franken?“ mussten wir in der Regierung argumentieren, warum – um eine österreichische Analogie zu verwenden – das Mühlviertel ein eigenes Bundesland werden sollte. Nachdem wir über Franken nicht viel mehr wussten, als dass dort das „R“ gerollt wird, fuhren wir einen allgemeinen Kurs: Kulturelle Identität solle politische Identität nach sich ziehen. Bei der Jurierung wurde uns gezeigt, dass wir hier auf der süddeutschen Meisterschaft waren: Wir verloren die Runde, da wir „primär zeigen hätten müssen, was denn genau die Unterschiede zwischen Franken und Bayern und was die Kompetenzen eines deutschen Bundeslandes sind.“ Da uns das „nicht gelungen“ war, hätten wir uns „auf Allgemeines stützen“ sollen, doch auch das „gelang nicht“ – Schmecks!

In der zweiten Runde wurden wir als freie Redner aufgeteilt. Hier lief es zum Thema „Sollen wir der Bundeswehr verbieten, an Schulen zu werben?“ für uns alle besser, so dass wir besseren Gemüts als Opposition in die dritte Runde gehen konnten. Beim Thema „Soll jegliche Einschränkung der Ladenöffnungszeiten aufgehoben werden?“ traten wir – trotz kurzer sachliche Differenzen in der Vorbereitungszeit – gut vorbereitet als Team auf und erzielten einen wohlverdienten Sieg mit einer guten Punktezahl.

Uns war klar, dass wir nicht mit dem Break rechnen konnten – doch das ließ uns nicht verzweifeln, denn wir hatten viel gelernt. Conny und Thomas waren das erste Mal auf einem Turnier, lieferten sehr solide Leistungen, hatten viel Spaß und konnten viel Erfahrung mitnehmen – und darauf kommt es an!

Die Party am Abend fand, wie alles auf diesem Turnier, direkt am Campus statt. So brauchte man danach auch nur zwei Mal umfallen, und lag schon im Bett. Bei der Party gab es die obligatorische Verkündung des Breaks, die mit einer Überraschung für uns aufwartete – Florian hatte es als freier Redner ins Halbfinale geschafft! Zum Glück hielt das aber weder ihn noch Conny oder Thomas vom Feiern ab…

Florian Prischl im Halbfinale der Süddeutschen Meisterschaft 2011.

Florian als freier Redner in Generalopposition im Halbfinale der Süddeutschen Meisterschaft 2011.

Die Halbfinali waren ein Tübinger Durchmarsch – drei Teams der  Streitkultur breakten aus den Vorrunden und stellten so eine Tübinger Finalteilnahme sicher. Daneben schaffte es auch ein Team des Debattierclub München ins Halbfinale. Zum Thema „Soll das Klonen von Menschen erlaubt werden?“ lieferte Florian eine Überraschung: Er trat in Generalopposition, eine selten genutzte Option für freie Redner, um die Argumentation beider Fraktionen abzulehnen. In den allermeisten Fällen ist eine Generalopposition nicht gerechtfertigt und wird mit Punkteabzug bestraft, doch diese Debatte ließ die Möglichkeit für die Generalopposition offen. Florian erhielt für seine Rede die beste Bewertung des gesamten Halbfinales und löste so sein Ticket ins Finale, dass gut besucht an der Universität Bayreuth stattfand. Zum Thema „Sollen wir die Opposition Libyens bewaffnen?“ traf das Team Streitkultur I (Steffen Jenner, Iris Reuter und Peter Croonenbroeck) auf Streitkultur II (Pauline Leopold, Dominic Hildebrand und Simon Lehle). Neben Florian waren Lisa Villing (Streitkultur Tübingen) und Wladi Jachtschenko (DC München) freie Redner.

Nach einer kurzen Pause in der Sonne verkündete die Finaljury, die auch Christoph Wiederkehr vom AFA Wien umfasste, das Ergebnis: Süddeutsche Meister 2011 wurde das Team Streitkultur II! Die Ehrenjury wählte Lisa Villing zur besten Finalrednerin und machte damit den Erfolg für die Streitkultur perfekt.

Es war ein erfolgreiches Wochenende für den Debattierklub Wien: Florian zog ins Finale ein, unser Team hat viel gelernt und gut debattiert – dabei schafften wir es auch, unsere Freunde vom AFA Wien (Rupinder Ray, Jose Magnaye und Nathaniel Heinritz) knapp, aber doch zu überflügeln.

Die Delegation der Wiener Debattierklubs bei der Süddeutschen Meisterschaft 2011: Florian Prischl (DKW), Rupinder Ray (AFA), Christoph Wiederkehr (AFA), Cornelia Huber (DKW), Nathaniel Heinritz (AFA), Thomas Keil (DKW) und Jose Magnaye (AFA) (vlnr).

Die Wiener Delegation bei der SdM: Florian Prischl (DKW), Rupinder Ray (AFA), Christoph Wiederkehr (AFA), Cornelia Huber (DKW), Nathaniel Heinritz (AFA), Thomas Keil (DKW) und Jose Magnaye (AFA) (vlnr).

Herzlichen Dank an den Debattierclub Bayreuth, der ein wunderbares Turnier veranstaltete, sowie an die Chefjurorinnen für interessante Themen. Gratulation an die neuen süddeutschen Meister der Streitkultur Tübingen!

Die Themen der Süddeutschen Meisterschaft 2011:

  • 1. Vorrunde: Frei statt Bayern: Brauchen wir ein Bundesland Franken?
  • 2. Vorrunde: Kein Militär im Klassenzimmer: Sollen wir der Bundeswehr verbieten, an Schulen zu werben?
  • 3. Vorrunde: Shoppen ohne Ende: Soll jegliche Einschränkung der Ladenöffnungszeiten aufgehoben werden?
  • Halbfinale: Soll das Klonen von Menschen erlaubt werden?
  • Finale: Sollen wir die Opposition Lybiens bewaffnen?

Weitere Berichte über die Süddeutsche Meisterschaft 2011 finden sich auf der Achten Minute, das Tab wurde vom Tabmaster Oliver Hörtensteiner bereits online gestellt.

 

 

fnp/msi

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