ZEIT DEBATTE Greifswald 2010

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr war der Debattierklub Wien zu Besuch bei einem deutschsprachigen BPS Turnier in Greifswald. Nachdem der Debattierclub Greifswald im Juli zum Boddencup an die Ostsee einlud war es diesmal eine ZEIT DEBATTE, die zwei Wiener zum Anlass nahmen, um den weiten Weg in den Norden auf sich zu nehmen.

Die alte Hansestadt beeindruckte sehr, war aber neben Rostock, Stralsund und Hamburg nur eine von vielen auf der Wegstrecke der Debattanten Christoph Jäger und Leonhard Weese, welche zusammen das Team “Debattierkeller Wien” formten.

Gleich das erste Thema kam überraschend. Immer wieder kommt es auf ZEIT DEBATTEN (so auch in Wien im März 2010) vor, dass Themen aus der aktuellen politischen Diskussion eines spezifischen Landes als Thema herangezogen werden. In diesem Fall war es ausgerechnet Deutschland mit dem skurrilen Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, worauf die österreichische erste Regierung nicht gefasst war. Eine große Österreichflagge tröstete nur milde über den dritten Platz hinweg. Die vom Chair gefürchtete “Haiderisierung” der Debatte blieb allerdings dann doch aus.
Während die nächsten beiden Runden für den Debattierkeller Wien sehr erfolgreich verliefen und er in der vierten Runde im Toproom auf drei der späteren vier Finalisten traf, ging die letzte Runde nicht so gut aus. Nach einem auf Details fixierenden, stark eingrenzenden Antrag und einer langweiligen Gegenargumentation der ersten Opposition die ganze erste Hälfte der Debatte zu “ditchen”, ist nicht immer die beste Strategie.

So schlitterte der Debattierklub Wien knapp am Break vorbei, (1 Punkt mehr hätte gereicht um als sechster das Halbfinale zu erreichen) hatte aber eine riesige Freude vor so tollen Chefjuroren wie Sarah Jaglitz, Isabelle Loewe (auch CA des Vienna IV 2011) und Michael Saliba das Beste geben zu können.

Vielen Dank Greifswald!

1. Vorrunde: Dieses Haus würde eine Volksabstimmung zu Stuttgart 21 abhalten.

2. Vorrunde: Dieses Haus würde Bundestagsabgeordneten verbieten, bezahlte Nebentätigkeiten auszuüben.

3. Vorrunde: Dieses Haus glaubt, dass Nordkorea aus der FIFA ausgeschlossen werden sollte.

4. Vorrunde: Dieses Haus würde homosexuellen Männern erlauben, Blut zu spenden.

5. Vorrunde: Dieses Haus würde die Leihmutterschaft erlauben.

  • Halbfinale: Gegeben die Menschheit fände eine intelligente außerirdische Spezies auf unbekanntem technologischem Stand, würde dieses Haus keinen Kontakt aufnehmen.
  • Finale: Dieses Haus würde Privatpersonen keine Auskünfte aus Stasi-Unterlagen mehr erteilen.

Leonhard Weese/msi/cjä