2. Wiener Debattierseminar lockt 40 junge Studenten auf die Universität Wien

by Jakob Reiter

Auch dieses Semester hatte es sich der Debattierklub Wien wieder zum Ziel gesteckt, junge sowie erfahrene Debattanten auf theoretischer Ebene während eines Seminars in ihrer Argumentation und Rethorik zu schulen. So fanden sich am 23. Oktober 40 Studenten und Studentinnen in den Räumlichkeiten der Universität Wien ein, um sich in vier Gruppen von 09:00 bis 16:00 Uhr in verschieden Vorträgen über Debattierregeln, Redeaufbau und Rethorik schulen zu lassen.

Der Debattierklub Wien konnte dafür erfahrene Trainer gewinnen: Aus Berlin reiste Christoph Krakowiak von Streitkultur Tübingen/Berlin an, vom Debattierclub Innsbruck war Sabine Rainalter vor Ort, vom Debattierklub Wien war Florian Prischl mit dabei.
Während sich diese drei Gruppen auf Deutsch dem Format der Offenen Parlamentarischen Debatte widmeten, trainierte Lio Kaufman vom Debattierclub der Universität Glamorgan das Format BPS auf Englisch. Anschließend gab es für alle die Möglichkeit an Übungsdebatten teilzunehmen.

Für den Abend war eine Spaßdebatte angesetzt. Beim Stadtheurigen “Zwölf Apostelkeller” floss nicht nur guter Wein, sondern auch das Thema “Sollen Keller in Österreich verboten werden” sorgte für einige gute Witze und eine unterhaltsame Debatte. So wollte die Regierung mit der derzeitigen Situation ordentlich aufräumen indem sie beantragte, alle Keller mit Steinen füllen zu lassen, denn es würde zu Ungleichheit führen wenn sich nicht jeder eine zweite Familie leisten könne. Die Opposition hingegen sorgte sich darum, ob nach der Auffüllung all dieser Keller überhaupt noch Berge übrig blieben oder ob das Sozialsystem den plötzlichen Populationsanstieg überhaupt vertrage und merkte an, dass der unterirdische Kuhandel der Geheimorganisationen womöglich das einzige sei, das Österreich noch zusammen hält.

by Jakob Reiter

Als schlussendlich noch bemerkt wurde, dass ohne Keller die politische Diskussion in Österreich womöglich gar kein Zuhause mehr hätte, war nicht nur die Debatte für die Opposition gewonnen, sondern sogar der Antragsteller der Regierung überzeugt. Christoph Krakowiak weigerte sich, es seinem Kollegen gleich zu tun und hielt eine flammende Schlussrede für die Opposition und die Erhaltung der österreichischen Keller. Der „Zwölf Apostelkeller“ mit seiner tollen Atmosphäre lieferte dazu jedenfalls schon einmal eine gute Basis.

Dummerweise wurden viele nichtsahnende und bis in das Morgengrauen feiernde Teilnehmer des Turniers am darauffolgenden Tage von einer bösen Grippewelle überrollt, die es ihnen unmöglich machte, dem nachfolgenden Turnier beizuwohnen.
Nichtsdestotrotz konnten am Sonntag vier Teams einander in drei Runden gegenüber treten, auf freie Redner wurde verzichtet. Wer das Turnier tapfer bis zum Ende der Vorrunden durchhielt, wurde mit dem Einzug in das Finale belohnt. Dort konnten sich dann „die Morgenmuffel“ (Christoph Jäger, André Lauer und Leonhard Weese) auf Seiten der Regierung sowie  „Oxford A“ (Rosie Halmi, Regina Puthenpurayil und Jakob Reiter) in der Opposition gegenüber stehen und über das Thema „Sollen religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden entfernt werden?“ debattieren. Am Ende konnten “Die Morgenmuffel” überzeugen: Die FInaljuroren Sabine R. und Christoph K. kürten das Team zum Sieger des Turniers.

Gratulation besonders an Regina Puthenpurayil, André Lauer und Christoph Piglmaier (Freier Redner), die als Neueinsteiger im Finale redeten!

Möglich wurden Seminar und Turnier nicht nur durch die ehrenamtliche Hilfe der Referenten, sondern auch den VDCH, die DDG und unseren Medienpartner Die Presse.

Die Presse

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Vielen Dank!

Runde 1: Soll eine Frauenquote in Vorständen von Unternehmen eingeführt werden?

Runde 2: Soll Entwicklungshilfe eingestellt werden?

Runde 3: Soll  der Straßenstrich legalisiert werden?

Finale: Sollen religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden entfernt werden?

Der Tab ist hier zu finden.

Leonhard Weese/msi

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