Humboldt Berlin IV 2010

Bekanntlich sind Debattanten eine seltsame Spezies, die sich gerne auch einmal am Wochenende freiwillig an einer Universität einfindet, um Stunden in Hörsälen zu verbringen. So geschah es, dass sich am Freitagabend des 23. April eine bunte Schar an der Humbolt-Universität zu Berlin traf, um – trotz sonnigstem Wetter draußen – drinnen zum Beispiel für einen freien Markt für menschliche Organe zu plädieren.

Gastgeber des internationalen Spektakels Humboldt Berlin IV war die Berlin Debating Union, und man darf durchwegs behaupten, dass sie sich Mühe gaben die 48 Teams aus 11 Nationen gebührend in der deutschen Hauptstadt zu beherbergen. Bei näherem Hinsehen ergaben sich somit viele Gründe, sich an besagtem Wochenende an der Berliner Universität zu zeigen: Rundumversorgung mit Essbarem, gründliche sechs Vorrunden, interessante Themen, gute Juroren (= besseres Feedback!), eine Party als Rahmenprogramm und die Tatsache, dass man auch in Deutschland gut und gerne auf Englisch debattieren kann.Für Leonhard Weese und Stefan Zweiker waren diese Argumente jedenfalls so schlagkräftig, dass sie sich als DKW-Team “Vienna The Schnitzels” gerne in den Nachtzug nach Berlin setzten, um das Berlin IV zu bereichern. Die Schlagkräftigkeit der eigenen Argumente führte dort bei den Debatten zum durchwegs zufriedenstellenden Abschneiden im Mittelfeld; aus Liebe zur Abwechslung wird in den offenen ersten 4 Runden genau jede Platzierung vom 1. Bis zum 4. Platz genau einmal erreicht.

Berlin IV 2010 - Team Vienna The Schnitzels

Das Team des DKW ("Vienna The Schnitzels" beim Berlin IV: Leonhard Weese und Stefan Zweiker (vlnr). Im Hintergrund die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Das Team des DKW (“Vienna The Schnitzels”) beim Berlin IV: Leonhard Weese und Stefan Zweiker (vlnr). Im Hintergrund die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. In die Finalrunden schafften es Top-Teams aus den Niederlanden, Israel, England, Deutschland und Serbien. Der wohlv2erdiente Sieg im Hauptfinale wurde schließlich unter der Motion “THW introduce an immigrant quota for neighbourhoods of large cities” ausgefochten und ging an die Niederländer Erasmus A. Utrech, also ebenfalls ein niederländisches Team, gewann das ESL-Finale.

Da wir jetzt unbedingt den Eindruck erwecken wollen, uns außer für internationale Debatten mit guten Teams aus aller Herren Länder für nichts, aber auch gar nichts begeistern zu können, schreiben wir einmal so als wäre Berlin ansonsten fad gewesen.

Das ist aber gelogen.

Die Themen des Berlin IV 2010:

  • THW make severe economic deprivation a ground for asylum.
  • THB that the EU should force its member states to host gay pride parades in their capital cities.
  • THBT there should not be any religious holidays.
  • THBT NATO states should not sell arms to non-NATO states.
  • THW ban any and all sporting or cultural practices which involve harming animals.
  • THW allow individuals to put up their organs for auction.
  • Main Semifinal: THW give funding to newspapers in countries with oppressive regimes.
  • ESL Final: THW give parents the full rights when selecting an embryo.
  • Main Final: THW introduce an immigrant quota for neighbourhoods of large cities.

Stefan Zweikers Teampartner Leonhard Weese hat einen Bericht über das Berlin IV auf der Achten Minute, dem offiziellen Magazin der deutschsprachigen Debattierszene, veröffentlicht.

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